Die dunkle Seite der Macht. Die Flüchtlingskrise aus der Sicht eines Gutmenschen.

Gepostet am Aktualisiert am

Ach ja da ist sie wieder, die Flüchtlingskrise in ihrer vollen Widerwärtigkeit. Der Begriff „Flücht-rechts-krise“ würde in meinen Augen besser passen. Diesmal ist es aber anders als bei vergangenen Herausforderungen. Schließlich haben wir rund 1 000 000 neue Bundesbürger. Wie wir und andere Länder das Geschehen in den Vergangenen Monaten wegdemonstriert haben ist peinlich und wir sollten uns auf ewig schämen welche abartigen Gruppierungen in unseren eigenen Reihen wuchsen. Wir haben zugelassen das das böse die Stimme erhebt.

Anlass zu diesem Artikel haben mir zwei unterschiedliche Erlebnisse gegeben. Zum einen wurde ich vor einigen Tagen von einem mir nahe stehenden Menschen als Gutmensch bezeichnet. Anscheinen habe ich eine weit weniger negative gegenüber den Flüchtlingen habe als diese Person.

Das zweite Ereignis spielte sich am 22. Dezember ab. Ein Vater und sein Sohn (beide offensichtlich Arabischer Abstammung, der junge etwa 5 Jahre alt) schauten im Elektronikmarkt nach einem Weihnachtsgeschenk für den Jungen. Ein anderer Herr meinte er müsse die beiden beschimpfen und warf mit Begriffen um sich die besser unausgesprochen geblieben wären. Niemand schien besonders erpicht darauf einzuschreiten. Ich schon, mit dem größten Vergnügen sogar!

Wenn ich mich zurück an meine Kindheit erinnere gab es in den Filmen immer die Guten und die Bösen. Darth Vader und der Imperator gegen die Republik und die Jedi. Klar war Vader eine coole sau aber am Ende hat er die helle Seite der Macht gewählt. Denkt an Batman und den Joker, denkt an die Schlümpfe und Gagamel, denkt an den T1000 und Sarah Conor, denkt an Harry Potter und Voldemort, denkt an wen ihr wollt. Am Ende läuft es immer auf den Kampf zwischen Gut und Böse hinaus. Niemand wollte als Kind wirklich für die Bösen kämpfen und auch diesmal gibt es nur gut und böse.

Mit zehn dachte ich das es im echten Leben so viel gutes gibt, dass die Bösen niemals die Macht ergreifen könnten doch leider habe ich mich getäuscht. Die Bösen existieren und sind gemeiner als man meinen könnte. Getreu dem Bibelvers „der Teufel ist am stärksten wenn er so tut als ob es ihn nicht gäbe“ verbreiten AFD, PEGIDA, LEGIDA & Co. unter dem Denkmantel der Politik Hass und Missgunst.

Schau mal der Mensch hat eine andere Hautfarbe und trägt seltsame Kleidung, sperren wir ihn aus und verurteilen ihn! Diese Haltung hat sich in der Vergangenheit für die gesamte Menschheit als unschön erwiesen und ich hoffe wir müssen diese Lektion nicht noch einmal lernen.

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Wer der Meinung ist wir müssen diese hässlichen Kanaken (übrigens bedeutet Kanake frei übersetzt Mensch) wieder dort hin katapultieren wo sie her gekommen sind der ist schlicht und einfach ein böser Mensch. Der dumme kommt nun mit dem Argument „…aber wir können doch nicht alle aufnehmen die anderen Länder nehmen noch weniger Menschen auf als wir!“. Ach was? So lebt ihr euer Leben? Ihr schaut nach links und rechts? Ich dachte für euch gibt es nur rechts? Wer schaut was die anderen machen der kommt im Leben nicht besonders weit. Willst du die Person sein die dem kleinen Mädchen aus Syrien sagt sie darf hier nicht bleiben? Angela Merkel hat das übrigens getan und wurde dafür medial zerrissen.

Wenn Menschen Hilfe benötigen gibt es kein „zu viel“. Auch eine gerne genutzte Floskel ist die große Anzahl an Männern die Schutz bei uns suchen. Ich bin ebenfalls Kriegsdienstverweigerer. Ich habe mich als Mann für den Zivildienst und damit gegen die Bundeswehr, gegen den Krieg, entschieden. Habe ich das recht auf Asyl verloren? Wäre ich als Frau mehr wert? Ich dachte immer alle Menschen sind vor dem Gesetz, vor Gott (hallo liebe CSU), gleich. Das Prinzip der unterschiedlichen Wertstellung der Geschlechter ist doch ein eine alte muslimische Maxime die unsere deutschen Werte schädigt. Soetwas nenne ich feinste Doppelmoral.

Ich ersuche jeden die Situation aus den Augen des eigenen zehnjährigen ich zu bewerten. Viele würden sich in Grund und Boden schämen und die eigene Sicht sowie das eigene Ansehen in der Gesellschaft grundlegend überdenken.

Die Bezeichnungen Gutmensch, Kanake, besorgter Bürger oder Asylschmarotzer sind nichts anderes als mündliche Symbole an denen der dumme sich bedient um ganze Gruppen von Menschen in eine Schublade zu sperren. Anders gesagt sind es rassistische Symbole. Vor vielen Jahren trugen die Menschen unseres Landes das Hakenkreuz auf der Brust und kennzeichneten andere mit dem Judenstern.

Nun kommt das große AAABER:

Niemand muss zu den Bösen gehören. Wir leben glücklicherweise in einer Demokratie und können frei entscheiden für welches Team wir spielen. Ich gehe zu den Jedi und trage stolz den Titel Gutmensch. Was ist mit dir?

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Ein Kommentar zu „Die dunkle Seite der Macht. Die Flüchtlingskrise aus der Sicht eines Gutmenschen.

    teilzeitanarchistin sagte:
    2. Februar 2016 um 12:00

    Sehe ich auch so. Alle behauptet von sich selbst, gute Menschen zu sein, aber „Gutmensch“ ist ein Schimpfwort. Seltsam, seltsam.
    LG, Kim

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